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15. November 2024 – Stressbewältigung »Der Blog aus dem Ring« Mein Kopf ist so voll!

 

Wie bekomme ich den wieder frei? Um diese Frage zu beantworten, vergleichen wir kurz das Gehirn von Mäusen mit unserem eigenen und klären zunächst folgendes: „Warum sitzen Mäuse eigentlich nicht mit einem Glas Whiskey auf der Fensterbank und wälzen trübe Gedanken?“ Sie fragen sich vielleicht jetzt, was hilft mir das, wenn ich die Antwort kenne? Aber ich kann aus eigener Erfahrung sagen „Mir hat genau dieses Wissen, dieses neurowissenschaftliche Puzzlestück, einen freien Kopf und damit eine ganze Menge Glück beschert!“ Denn seitdem ich weiß, was dort oben unter dem Knochen meiner Stirn vor sich geht, kann ich das Grübeln und Gedankenwälzen willentlich abstellen. Diese Klarheit ist durch ein Bild aus dem Buch ‚Kopf frei‘ von Volker Busch entstanden. Was Sie tun können, wenn Sie wieder einen freien Kopf haben möchten, das beschreibe ich hier in vier Szenen.

Szene eins spielt im eigenen Kopf:

Wir legen damit die neurowissenschaftliche Basis. Wir Menschen verfügen im Gegensatz zu Mäusen über einen präfrontalen Kortex. Volker Busch nennt dieses Areal direkt unter der Stirn die mentale Bühne. Diesen Bereich können wir uns also wie eine Theaterbühne vorstellen, auf der sich unser Bewusstsein abspielt. Bei den meisten Menschen ist die Bühne selten bis nie leer, sondern chronisch überfüllt, überall werden Akteure, Schauspieler und Gegenstände wie ferngesteuert hin- und hergeschoben. So blockieren sich letztlich alle gegenseitig und an eine vernünftige Handlung bzw. einen klaren Kopf ist nicht zu denken. Die Besucher bzw. Gäste, die auf diese Bühne schauen, das sind wir selbst, wissen nicht mehr, auf was wir uns konzentrieren sollen. Das ist enorm anstrengend. Was folgt daraus? Durch dieses chaotische Treiben hinter der eigenen Stirn tritt eine tiefe mentale Erschöpfung ein. Sinnvolles Planen wird dann unmöglich und die Kontrolle über das eigene Leben geht uns auch verloren. All das versaut uns die Stimmung und führt dann dazu, dass wir uns zur Ablenkung noch mehr Informationen z. B. über das Smartphone reinziehen. Wir fluten also, um in dem Theaterbild zu bleiben, die Bühne weiter mit Material.

Gehen wir nun zur zweiten Szene in ein echtes Theater:

Nehmen wir an, heute findet im Theater eine private Geburtstagsfeier statt. Der Türsteher bzw. Ticketkontrolle schläft. Jetzt können alle, die wollen, auf die Party gehen. In Nullkommanichts platzt die Feier aus allen Nähten. Es sind nicht nur viel zu viele Menschen im Raum, sondern auch Besucher, die die Party crashen, die sie an sich ziehen möchten, mit News schockieren oder etwas verkaufen wollen. Wir als Geburtstagskind und Ausrichter der Feier sind vollkommen überfordert, rennen zum Türsteher, versuchen ihn wachzurütteln. Doch der ist von der Arbeit der vorangegangenen Tage, Wochen und Monaten so erschöpft, dass er wie im Koma liegenbleibt.

Szene drei spielt wieder in unserem Kopf:

Der präfrontale Kortex direkt hinter der Stirn, ist nach dem Sturmlauf der Gäste überlastet, verwüstet und wir fassen den Entschluss, dass es so nicht weitergehen kann.

Szene vier spielt wieder in unserem Kopf aber auch im Körper:

Wir räumen den Partyraum auf. Doch wie geht das? Dieser Neustart sieht folgendermaßen aus. Wir schicken den tief erschöpften Türsteher in ein Sabbatical und stellen übergangsweise eine frische Sicherheitskraft vor unserer inneren Bühne auf. Diesem Türsteher geben wir genau eine, klare, einfache Regel. Zwischen 6 und 6 Uhr 30 in der Früh ist meine stille halbe Stunde. In dieser Zeit sorgst Du dafür, dass die Bühne von externen Schauspielern, wie Nachrichten, E-Mails etc. frei bleibt. In dieser Zeit kann ich also den freien Raum in meinem Kopf genießen, indem ich mich körperlich dehne, räkle und gemütlich in den Bauch atme. Erst nach diesem Körperprogramm, das den Kopf freiräumt, dürfen einzelne externe Akteure, wie Smartphone-Nachrichten wieder auf die mentale Bühne. Natürlich ist es auch gut, wenn wir vor dem Schlafengehen wieder eine stille halbe Stunde mit Dehnen, Räkeln und Atmen etablieren. Und wenn wir dann tagsüber noch ähnliche ‚Stille Sekunden‘ einbauen, um dem präfrontalen Kortex, dem Bereich hinter der Stirn eine Pause zu gönnen, so könnte das mit dem freien Kopf und den Glücksmomenten tatsächlich etwas werden.

Mit Grüßen aus dem Ring des Alltags

Peter Flühr

Bildnachweis Titelbild: © Foto von Nathan Dumlao auf unsplash

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Peter Flühr

Hallo,

ich bin Peter Flühr, seit mehr als 20 Jahren Coach und Trainer.

Viele Fach- und Führungskräfte erleben ihren beruflichen Alltag vor allem als Kampf.

In meinen Seminaren und Trainings zeige ich, wie man jeden Tag aufs Neue in diesem Ring besteht – mit einer Kombination aus mentalen Methoden und gezielter Bewegung.

In meinem Blog greife ich Themen auf, die viele aus ihrem Alltag kennen und gebe einfache Tipps, wie sie sich verbessern oder lösen lassen.

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