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28. Oktober 2025 – Persönlichkeit »Der Blog aus dem Ring« Warum tust Du Dir das an?

 


Hans Liedl war mich für mich zwischen 1989 bis 1996 mein engster Vertrauter. Wir spielten Volleyball in der gleichen Mannschaft und er war einer, der furchtlos auch Abgründiges ansprach. Ängste, Verzweiflung, Sehnsüchte, Liebeskummer. Das war entwaffnend, schmerhaft und faszinierend zugleich. Er betrat in Gesprächen ‚Landschaften‘, die ich geheim hielt und von denen ich dachte „Die durchleide nur ich selbst so intensiv!“

Dadurch, dass wir über das bis dahin Unaussprechliche sprachen, heute würde ich sagen, das sind die ganz normalen seelischen Leiden und Torturen eines Menschen, kam - zwar sehr langsam - aber immerhin, etwas in mir in Bewegung, das mir noch heute extrem wichtig ist. Meine Seele.

Als wir beide uns in diesem Jahr nach sehr, sehr langer Zeit wieder trafen und miteinander redeten, und ich ihm erzählte, was ich inzwischen beruflich mache, schaute er mich fassungslos an, wie es nur wenige Menschen können, und fragte mich „Warum tust Du Dir das an?“ Er hat damals live miterlebt, wie ich mich auf Feiern und in größeren Gruppen am Rand versteckte oder noch lieber, ganz früh verschwand. Eine Rede halten, in der Öffentlichkeit tanzen, Menschen zusammenbringen oder Ähnliches, war das Letzte, was für mich infrage kam.

Ich bin mir immer noch nicht so ganz sicher, warum ich mir das seit 1998 antue. Große Gruppen stressen mich immer noch und vor Seminaren oder Vorträgen bin ich extrem nervös. Das hört einfach nicht auf, auch wenn es deutlich erträglicher geworden ist. Ein Grund ist vermutlich der, dass mich die stetige Auseinandersetzung mit den eigenen Ängsten und Abgründen eben nicht nur strapaziert, sondern auch fasziniert und belebt.

Das Verrückte ist, ich kann mir keinen erfüllenderen Beruf vorstellen, obwohl oder vielleicht weil er mich so stark beansprucht. Und Hans hatte vermutlich nach seinem ersten Erstaunen – ohne dass ich damals ein Antwort parat gehabt habe - schon eine Ahnung, warum ich und ganz generell wir Menschen uns so etwas antun.

Mit Grüßen aus dem Ring des Alltags, der so leicht, schwer, erfreulich, beängstigend und so vieles mehr sein kann.

Peter

  

        

Bildnachweis Titelbild: © Foto angelehnt an Alexandra Gorn auf Unsplash

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Peter Flühr

Hallo,

ich bin Peter Flühr, seit mehr als 20 Jahren Coach und Trainer.

Viele Fach- und Führungskräfte erleben ihren beruflichen Alltag vor allem als Kampf.

In meinen Seminaren und Trainings zeige ich, wie man jeden Tag aufs Neue in diesem Ring besteht – mit einer Kombination aus mentalen Methoden und gezielter Bewegung.

In meinem Blog greife ich Themen auf, die viele aus ihrem Alltag kennen und gebe einfache Tipps, wie sie sich verbessern oder lösen lassen.

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