Es passiert schleichend. Die Gesundheit verschwindet meist nicht auf einen Schlag und ‚BUMM‘ ist sie weg, sondern zieht sich langsam und geräuschlos zurück. Es beginnt damit, dass wir am Wochenende, anstatt zum Bäcker zu radeln, mit dem Auto die paar Meter fahren. Auf dem Beifahrersitz gelangt dann das Backwerk nach Hause.
Unter der Woche klackern wir auf der Tastatur vor dem Bildschirm und abends schieben wir dann in der Sofalandschaft die Finger über das Display. Für den körperlichen Standby-Betrieb zahlen wir langfristig einen hohen Preis.
„Use it or lose it!“ Der Körper ist da gnadenlos. Gelenkschmiere, Knorpel, Muskulatur, Bindegewebe verstehen keinen Spaß. Die lassen sich nicht vertrösten, einlullen durch schöne Worte und Vorsätze für die ferne Zukunft. Der Körper besteht aus einem faszinierenden Netzwerk an Organen, das wir mit Herz pflegen sollten. Entweder tun wir das jetzt, indem wir uns artgerecht bewegen oder dessen Funktionen (Elastizität, Kraft, Stabilität) sind innerhalb kürzester Zeit weg.
Die grausame Botschaft, die wir durch monatelangen Bewegungsmangel an unseren Organismus schicken, lautet: „Dich brauche ich nicht mehr. Stör‘ mich nicht. Lieg‘ einfach brav und still hier bei mir.“
Und wenn der stillgelegte Körper mit unserem Verstand sprechen könnte, dann würde er sagen: „Tue mir einen Gefallen und geh‘ mit mir raus an die frische Luft, gib mir die Chance gesund zu bleiben!“ Doch der Organismus kriegt keinen verständlichen Satz raus. Der dämmert nur noch vor sich hin.
Vorsicht jetzt kommt der Sportlehrer-Tipp: Draußen im Wald oder am Wasser gibt es sie hoffentlich noch. Schlangen. Die können uns inspirieren. Die können sich nicht nur wegschleichen, wie unsere Gesundheit, wenn wir uns nicht mehr abwechslungsreich bewegen, sondern auch wieder anschleichen. Also gehen wir raus, auf dem elastischen Waldboden, schaukeln an stabilen Ästen, … und … und … und! Genehmigen wir uns am Tag mindestens 15 Minuten Auslauf, dann haben wir eine Chance, uns auch mit 80 noch frei zu bewegen. Das ist die analoge und physische Art Netzwerke (sensorische und motorische) zu pflegen. Und die sollten uns auch am Herz liegen.
Mit Grüßen aus dem Ring des Alltags
Peter Flühr
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