Glück hat einen Ort in unserem Körper, von dem es sich ausbreitet. In diesem Beitrag erläutere ich Ihnen, wie Sie mit einer ganz einfachen Atemübung diesen Ort finden. Denn dieser Ort ist ein wenig versteckt. Bei diesem Areal handelt sich um das Zwerchfell, der medizinische Fachbegriff dafür lautet auch Diaphragma. Es ist eine flächige Muskelsehnenplatte, auf der das Herz und die beiden Lungenflügel, wie auf einem Floß schwimmen. Werden das Herz und die Lunge durch die Auf- und Abwärtsbewegung des Zwerchfells sanft massiert, dann fällt uns das Leben und generell das Bewegen leicht. Tut es das nicht, wird das Leben extrem anstrengend! Denn dann verzichten wir auf einen ganz wesentlichen Kraftraum. Ist das Zwerchfell zu starr oder muskulär kollabiert, dann fühlt sich der Alltag an ist wie Autofahren mit angezogener Handbremse und leerem Tank. Was uns an Atemtiefe durch die Beteiligung der Muskelsehnenplatte fehlt, kompensieren wir dann durch eine erhöhte Atemfrequenz in den Lungenspitzen. Und das bedeutet für den Organismus ‚Dauerstress‘. Wir sind dann im Kampfmodus.
Doch es geht auch anders.
Und das zeige ich Ihnen hier. Denn mir ist aufgefallen, dass es uns allen dann besonders leichtfällt, eine Handlung zu vollziehen und Glück zu empfinden, wenn wir über eine klare und bildhafte Bewegungsvorstellung verfügen. Das innere, mentale Bild oder gar Film dienen uns als präzise Routenbeschreibung, der wir dann gelassen mental folgen können.
Deshalb werde ich nun zwei Dinge tun.
Erstens Ihnen die Atemübung kurz vorstellen und Ihnen zweitens eine Art mentalen Begleitfilm anbieten, mit dem Sie die Effektivität der Übung dramatisch intensivieren können. Los geht’s mit Punkt eins. Wir machen dazu gemeinsam die sogenannte Buteyko-Atem-Übung. Das ist eine ca. 3-minütige Atem-Routine, mit der wir die kraftvolle Muskelsehnenplatte zwischen Bauch- und Brustraum auf natürliche Weise in Schwung bringen. Beim fünfmaligen Ein- und Ausatmen bewegen sich der Herzbeutel und die Lungenflügel in gesunden Rhythmus immer wieder auf und ab. Nach den 5 Atemzyklen machen wir eine kurze Atempause und wiederholen die komplette Übung noch zweimal. Damit die Übung auch wirklich wirkt, atmen wir aber nicht nur, sondern führen ein stilles Selbstgespräch. Wir formulieren bei jeder Einatmung das Wort 'und' und bei der Ausatmung die jeweilige Wiederholungszahl. Also die '1' beim ersten mal Ausatmen, die '2' beim zweiten Mal Ausatmen usw.. Sie können die Übung im Liegen, Sitzen und Stehen.
Nun geht es zum Punkt zwei, nämlich zum bewegten Bild.
Dazu versetzen wir uns mental an den Strand von Hawaii. Wir befinden uns auf einem Surfbrett auf den sanften Wellen des Meeres. Für viele Menschen ist dieses Gefühl der Inbegriff von Urlaub. Die Buteyko-Atem-Übung intensivieren wir also noch dadurch, dass wir mit unserer Vorstellungskraft an den Strand von Hawaii reisen und koppeln an die Atmung und Worte noch das 'Im Meer wie in Slowmotion zu surfen'. Nämlich surfen wir genau die 5 Atemwellen mental synchron zur tatsächlichen Atmung ab.
Diese magisch anmutende Muskelplatte zwischen Bauchraum und Lungenlappen bewegt eben schon erwähnt ein Floß, Schwungtuch oder eben Surfbrett auf den Wellen, wechselweise auf und ab. Beim Einatmen zieht dieser Muskel die Luft in den Körper und beim Ausatmen drückt er sie wieder nach oben.
Wenn Sie sich diese Auszeiten regelmäßig gönnen, haben Sie gute Chancen, Ihren Bauch und das damit verbundene Zwerchfell als Basis für mehr Glückserleben zu entdecken. Außerdem massiert diese Atemübung den Magen, die Leber und viele weitere Organe. Die Liste von Vorteilen einer natürlichen Bauchatmung lässt sich fast beliebig erweitern. Ich wünsche Ihnen jedenfalls durch den Kraft- und Elastizitätsgewinn im Zentrum Ihres Körpers viele kleine und große Glücksmomente.
Mit Grüßen aus dem Ring des Alltags
Peter Flühr
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